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Das erste Mal

Das erste Mal


Perfekt ausbalanciert

Die Bilder und der Soundtrack zu der "einzigen großen, wahren Liebe" sind allgegenwärtig. Tausende von Filmen und Millionen von Songs haben die Erwartungshaltung geprägt. Zwischen den vielen Bildschirme, über die altbekannten Herz-Schmerz-Szenen flimmern, wollen Magda und Carol ihr erstes Mal zelebrieren. Das soll perfekt sein. Auf dem mit roten Rosenblättern bedeckten Bühnenboden stakst Magda in ihrem Abendkleid herum, während Carol ihr gehetzt mit roten Rosen in der Hand entgegenschlittert.
Doch immer scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Die perfekte Stimmung will sich nicht einstellen. Mal ist Carol nicht schüchtern, mal nicht zupackend, mal nicht erotisch, mal nicht schnell genug. Also schickt sie ihn stets wieder unverrichteter Dinge nach Hause.
Regisseurin Nina Pichler trifft für den Text von Michal Walczak genau den richtigen Ton zwischen Realität, Komik und Surrealität. Das gelingt ihr nicht zuletzt dank der beiden hervorragenden SchauspielerSolveig Krebs und Josef Heynert , die die ganze Klaviatur zwischen Enttäuschung, Beleidigtsein, Erwartung, Aufregung, Erregung, Wut, Zärtlichkeit und Schüchternheit sekundenschnell zu wechseln verstehen. So kippt die Stimmung blitzartig von hoffnungsgeschwängerter Vorfreude zu maßloser Enttäuschung, von riesengroßer Erwartung zu aggressiver Wut.
Doch weder der Text noch die Inszenierung gibt sich mit der bloßen Abbildung der kontrastreichen Aufeinanderprallens der Geschlechter zufrieden, sondern lässt im weiteren Verlauf der Entwicklung geschickt in der Schwebe, wo hier der Traum beginnt, wo es in den Alltag schlittert und wo es zum Alptraum wird.
Birgit Schmalmack vom 20.1.12



Zur Kritik von

godot 
 
 


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