Schande, Thalia Schade dass Regisseur Mattias Andersson nicht konsequent alle Bedrohung von außen im Nicht-Sichtbaren wie bei der Stimme aus dem Off belässt. Die Ebene der hereinbrechenden Jugendgang, die zunächst an den Rändern Baseball trainiert und dann zu einer verwüstenden Soldatengruppe wird, zieht das wohl ausbalancierte Spiel der Drei auf dem Podest auf eine Ebene der klischierten Banalität herunter, die der Abend nicht gebraucht hätte. Doch abgesehen davon: ein sehenswertes, erhellendes Kammerspiel über die dunklen Flecken unter unserer westlichen IKEA-Gemütlichkeit. (Foto: Armin Smailovic)    Die vierte Wand - Im Krieg spielen, Monsun Unter der Regie von Suzanne Emond wird aus dem Roman „Die vierte Wand“ von Sorj Chalandon, das nun als Gastspiel aus dem Berliner Theater unterm Dach im Monsuntheater zu sehen war, ein packendes Drama um einen jungen Mann, der hinter seinen gutbürgerlichen und gutmenschelnden Absichten seine komplette Unwissenheit offenbart, unter der auch noch Reste eines kolonialistischen Gedankenguts durchschimmern. Dabei lässt Regisseurin Emond Georges von drei Männern (Helge Gutbrod, Thorsten Hierse und Florens Schmidt) spielen, die mit ihrem wohl koordinierten, sorgsam choreographierten Körpertheater bloßlegen, dass sie von einer Ordnung ausgehen, die den Gegebenheiten im Libanon in keiner Weise gerecht werden kann.    Hüter des Eigentums, Haus 73 Privateigentum in Frage zu stellen, das ist ein wahrhaft umstürzlerischer Angriff auf die bestehende Grundordnung. Jedenfalls sieht das der Lehrkörper an der Hamburger Privatschule so, als ihr dortiger Schüler Anton es wagt, solche Inhalte in seiner Schule zu verbreiten. Dabei hat er nur gründliche geschichtliche Recherche betrieben. Bis weit ins 17. Jahrhundert gab es die Vorstellung, dass die Natur allen Menschen zur Verfügung stehen würde, um ihnen mit ihren Rohstoffen und angebauten Nahrungsmitteln das Überleben zu sichern.    Herakles nach Euripides, Kampnagel Dieser zwiegespaltene Herakles, dieser gebrochene Held, steht im Mittelpunkt von Lucia Wunschs Abschlussinszenierung auf Kampnagel "Herakles nach Euripides". Der Clash zwischen antikem Dramentext und heutiger Kinderzimmerästhetik überrascht zunächst. Die ungewohnte Besetzung des Herakles mit dem zarten, feingliedrigen Alex Junge, der aber so gar nichts von einem muskelbepackten Superhero hat, ebenso. Dieser Hipster-Softie spielt augenscheinlich lieber mit Luftballons als mit dem Speer und der Keule, mag er auch noch so sehr den siegesgewissen Kämpfer mimen. Eigentlich nimmt man es ihm nicht ab. So stellt das Team um Wunsch das Heroentum von heute und damals in Frage. Jede Mordtat hat ihren Preis, mag die äußere Schale auch noch so hart erscheinen, im Inneren bleiben Verletzungen zurück. Sie werden sich ihren Weg an die Oberfläche suchen.    Die verte Wand, Monsun Unter der Regie von Suzanne Emond wird aus dem Roman „Die vierte Wand“ von Sorj Chalandon, das nun als Gastspiel aus dem Berliner Theater unterm Dach im Monsuntheater zu sehen war, ein packendes Drama um einen jungen Mann, der mit seinen gutbürgerlichen, wohlmeinenden, gutmenschelnden Absichten nur seine komplette Unwissenheit offenbart, unter der auch noch Reste eines kolonialistischen Gedankenguts durchschimmern. (Foto: Sebastian Runge)