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Trifles und American dream, Audimax
As you want it, UP, Motte
Arme Arme Reiche Reiche, Lichthof
Jungle Book, reimagined, Thalia
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Akins Traum, Thalia
Underground Girls, Thalia
Blind runner, Thalia
Die Wanze, Thalia
Die Trauer des Dämons, Thalia
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Familien Drama in Ottensen
Immer wieder ein schneller Blick in den Spiegel an den Seitenwand: Sitzt mein Hair-Styling noch? Wirkt mein Outfit in dem Kneipenlicht? Dann ein Scannen der anderen Szene-Besucher: Jemand da, den ich begrüßen sollte? Doch selbst diese Begrüßung will gelernt sein. Eine falsche Geste und die gewollt lockere Atmosphäre ist dahin.
Dann knallt die Eingangstür: Medea (stark: Juliette Groß), die Barfrau von Kreon, den King des „Familienecks“ rauscht zur Tür herein. Wütend knallt sie ihre Penny-Tüten auf den Fußboden. Fast übersieht sie, dass der Grund ihrer Wut bereits in ihrem Reich der kleinen Szene-Kneipe Platz genommen hat: Auf der Bank vor dem Toilettengang knutscht die süße, junge Glauke mit Medeas Ehemann Jason (Artemio Tensuan).
Oliver Gorf verlegt das Ehedrama Medeas in eine Eckkneipe Ottensens. Neben der interessanter Kulissenbereicherung auch ein geschickter PR-Gag für das Lichthof-Theater. Viele Passanten blickten während der gut einstündigen Aufführung immer wieder interessiert durch die großen Frontscheiben der Kneipe.
Gorf kontrastiert den antiken Text von Eurpides („Das versteht doch keiner!“) mit hamburgisch eingefärbter Alltagssprache. Er holt die antike Tragödie auf geschickte Weise mitten nach Hamburg. Die Themen Familie, Kinder und Rollenverteilung zwischen Müttern und Vätern sind schließlich auch in einem Stadtteil, der neben jungen, Kinderwagen schiebenden Familien auch viele vergnügungswillige Singles beherbergt, immer aktuell.
Birgit Schmalmack vom 8.10.07
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