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Theaterkritiken
aus und für Hamburg seit 2000
immer wieder mit einem Theater-Special aus Berlin
.....und nun auch mit einem Buch zur Künstler:innenszene in Berlin

Flieg, Prinz Propell, flieg, Monsun Foto: G2 Baraniak

Warum Berlin?

In Berlin probiert sich die Welt aus. Hält dieser Eindruck dem Praxistest stand? Interviews mit 52 Künstler:innen
Ich begebe mich für ein Jahr zu ausgedehnten Stadtspaziergängen in die Hauptstadt und begegne dabei ganz unterschiedlichen Weltberliner:innen, die mir berichten, wie sie Berlin erleben. Ganz nebenbei streifen sie in ihren Gesprächen alle aktuellen Diskurse Berlins zu People of Colour, Isra-Berliner:innen, Gentrifizierung, Queerness, Diversity oder Teilhabe.
Letzte Lesung am 4.4.24 in der Berliner Brotfabrik
http://warumberlin.de

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Flieg, Prinz Propell, flieg, Monsun Die klare künstlerische Setzung, die die Darstellerinnen durch die Fantasielandschaft zwischen Drachen, Monstern und Elfen auf der Suche nach Frieden tänzeln lässt, ist beeindruckend konsequent. Wenn dann noch Lara Hüsges mit ihrer wunderschönen Sopranstimme singend traumwandlerisch durch die Kulissen schreitet oder mit ihrem Cello die Kompositionen von Shadi Kassaee interpretiert, bekommt das Arrangement eine weitere Ebene, die es zu einem kleinen, aber eindrucksvollen Gesamtkunstwerk macht.



AGAMEMMNON; DSH Diese Inszenierung kann niemanden, schon gar nicht in diesen Zeiten, in denen der Krieg auch uns in Europa wieder so nah gekommen ist, unberührt lassen. Denn sie setzt in jeder Hinsicht auf Emotionalität und entfaltet einen Sog, der in das Geschehen hineinzieht. Zwar ist schon der Text von Aischylos in der Übertragung von Walter Jens stark, aber erst in der Verbindung von der untergründigen Eindringlichkeit der Musik mit der Unbedingtheit der Sprecher:innen wird daraus ein Gesamtkunstwerk, das man so schnell nicht vergessen wird. Bisher das Highlight des diesjährigen Theaterfestivals. Aber es folgen ja noch fünf weitere Gastspiele, die Nikolaus Besch dieses Jahr ausgewählt hat. ( Birgit Hupfeld)



Gefährliche Liebschaften, St. Pauli Theater Die moderne Frauengestalt der Marquise, die sich für ihre Zeit unerhörte Freiheiten herausnimmt, nämlich genau die, die auch ein Mann für sich in Anspruch nimmt, bietet durchaus genügend Potential, um daraus ein interessantes Machtspiel zwischen den Geschlechtern zu machen. Doch nach dieser kurzen Probenzeit steht die Entwicklung zu einer ausgereiften Inszenierung noch ganz am Anfang. ( William Minke)



Ich bin Lena, Lichthof Wenn selbst einen Serebrennikov wie zuletzt im Thalia Theater im Wij die Bilder für die Schrecknisse der Gegenwart ausgehen, ist es umso bemerkenswerter, wenn hier am Lichthof ein junges engagiertes Team einen Metablick auf Zerstörung und Transformation wagt und dennoch die Abgründe nie verleugnet. Denn zum Schluss stehen sie alle auf ihren Ausstellungspodesten. Sie sind tot und zu Kunstobjekten geworden. Pralles Theater, das erst einmal zerkaut und verdaut werden muss.(-Alona-Konovalchuk)



State of Affairs, Thalia Sie tut zwar so, als wenn sie deutliche Botschaften hätte, aber konterkariert sie dann durch ihr Tun auf der Bühne, das genau so selbstverliebt, egoistisch und kleinkariert wie das aller anderen ist, die sie angeblich mit wohlfeilen Appellen beeinflussen wollte. Doch: Kein Gandhi in Sicht. Das ist eigentlich die desillusionierende Botschaft dieses Stückes, auch wenn es mit seiner Eingangs- und Schlussszene kurz mal so tat, als könnte es anders sein.(Foto: Krafft Angerer)



Kiezstürmer 2024 Von Anfängen und Schlüssen, von Klamauk und Idealen: Alles zu sehen bei den Kiezstürmen 2024 im St.-Pauli-Theater

 

Das andere Sprechen, Lichthof Ein sehr eindrucksvoller, vielschichtiger Abend, der eine wunderbare Bühnenkünstlerin zeigte, die eine Ausdrucksstärke auf die Bühne brachte, die absolut beeindruckte. Wenn man bedenkt, dass sie auch noch Dramaturgie, Konzept, Choreographie und Performance bewältigte, kann man nur sagen: Alle Achtung, ein großes Bühnentalent.



Die Schattenpräsidentinnen, DSH So ist dieser desillusionierende Abend vor allem eines: Ein großer Spaß, dem aufgedrehten Spiel der absolut überragenden Schauspielerinnen auf der Bühne zuzusehen. In den irrwitzig aufgepumpten Kostümen und aufgetürmten Frisuren beherrschen sie allesamt ihr Comedyfach in höchster Perfektion. Bauer kombiniert das mit einer gekonnten Allegorie auf tatsächliche Verhältnisse und damit einer Portion nicht ganz neuer Erkenntnisse, zu was eine vorgebliche Demokratie verkommen kann. In Deutschland mag man zum Schluss aus dem Theater gehen und denken, dass es hier nicht ganz so schlimm bestellt sei, doch wer kann sich da ganz so sicher sein?



Die Ärztin, EDT Dennoch zieht das Stück die Zuschauer:innen in seinen Bann. Nie wird zu dick aufgetragen, immer bleiben die Figuren glaubwürdig und verkommen nie zu einer Repräsentationsfläche. Das gilt bis in die kleinste Nebenrolle. Immer haben die Menschen auf der Bühne auch noch eine zweite Seite, die das divers und hervorragend besetzte Ensemble nachfühlbar interpretiert. Zum Schluss gab es begeisterten Applaus und Standing Ovationen. Verdient, denn das Stück scheut keine Konflikte und beleuchtet dennoch alle Aspekte wohl differenziert. (Foto: Fantitsch)



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