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Theaterkritiken
aus und für Hamburg seit 2000
immer wieder mit einem Theater-Special aus Berlin
.....und nun auch mit einem Buch zur Künstler:innenszene in Berlin

Der Morgenstern, Thalia Foto: Thomas Aurin)

Warum Berlin?

In Berlin probiert sich die Welt aus. Hält dieser Eindruck dem Praxistest stand? Interviews mit 52 Künstler:innen
Ich begebe mich für ein Jahr zu ausgedehnten Stadtspaziergängen in die Hauptstadt und begegne dabei ganz unterschiedlichen Weltberliner:innen, die mir berichten, wie sie Berlin erleben. Ganz nebenbei streifen sie in ihren Gesprächen alle aktuellen Diskurse Berlins zu People of Colour, Isra-Berliner:innen, Gentrifizierung, Queerness, Diversity oder Teilhabe.
http://warumberlin.de

Zuletzt gesehen...

Heilig Abend, St. Pauli-Theater Das Stück spielt auf mehreren Ebenen: Auf der ersten ist es ein Dialog-Krimi. Auf der zweiten geht es um den Kampf zwischen den Klassen, zwischen Arm und Reich, zwischen Elite und Arbeitern. Wer ist berechtigt zum Aufbegehren? Nur die Unterdrückten oder auch die Eliten? Wie glaubwürdig ist eine Frau Professorin, die sich eine Revolution wünscht? Die dritte Ebene ist die Frage nach der Standhaftigkeit von Menschen, die unter Druck geraten. Wie belastbar können Liebe und Vertrauen sein, die zwei sich schwören? Die drei Ebenen vermengt Kehlmann zu einem Kammerspiel, das einem Thriller gleicht. Durch das intensive und glaubwürdige Spiel der beiden Hauptdarsteller:innen wird die Inszenierung von Ulrich Waller am St-Pauli-Theater zu einem spannenden Theaterabend. Das wohltuend offene Ende sorgt für Stoff zum Weiterdenken.



And now Hanau, Thalia Am Ende der gut eineinhalb Stunden absolute Stille und bedrücktes Schweigen im Kollegiensaal des Rathauses. Als die Schauspieler:innen auf die Bühne kommen, stehen spontan alle Zuschauer:innen auf und erweisen damit nicht nur ihnen die Ehre sondern auch die neun ermordeten Menschen: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili Viorel Paun, Fatih Sarašoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.



Der Morgenstern, DSH So ist Bodo ein wunderbar detailreich und bis in die letzte Kleinigkeit gestaltetes Abbild des verrückten, zerstückelten Lebens gelungen, in das etwas von den Menschen nicht zu Kontrollierendes einbricht, dem sie sich stellen müssen. Am Ende sitzen alle Protagonisten am Bühnenrand und blickten sehr nachdenklich in die Zukunft. "Es beginnt", so lauten ihre letzten Worte. Doch was? Der Morgenstern, dieses riesige leuchtende Etwas am Himmel über der norwegischen Stadt scheint für alle etwas anderes zu bedeuten: Apokalypse, Gefahr, Aufbruch, Hoffnung, Neuanfang oder Gotteszeichen.(Foto: Thomas Aurin)



Stumme Schwäne, Thalia Regisseurin Sophie Pahlke Luz hat mit ihrem Team ein knapp einstündiges Extrakt auf dem Roman in der Garage des Thalias in der Gaußstraße auf die Bühne gebracht. Mit nur wenigen Mitteln und zwei exzellenten Schauspieler:innen hat sie quasi einen Appetizer inszeniert, dem man wünscht, dass dieser Stoff mit diesem Team noch einmal ausführlicher in einer Langfassung zu sehen sein wird.

 

Berlin Kleistpark, Thalia Beim Gastspiel des Berliner Gorki Theaters im Rahmen des Festivals "Nachbarschaften" kam ein großer Teil der Zuschauer:innen aus der türkischen Community in die Gaußstraße, denn hier werden andere Geschichten erzählt als sonst auf Stadttheaterbühnen üblich. So ziehen sie auch in Hamburg andere Publikumsteile aus der Stadtgesellschaft an und finden sich auf der Bühne wieder. Wie das Schicksal der Kofferkinder und -eltern nicht ihre Vergangenheit sondern ihre Gegenwart stark beeinflusst, macht Mican nachfühlbar. Nicht nur für diejenigen, die über eigene Erfahrungen mit diesem Thema verfügten. Ein Abend, in dem es um die komplexe Verflechtung von Geld, Schweigen, Verletzung und transgenerationale Weitergabe in Beziehungen geht und der in seinem gekonnten, leicht verrätselten Arrangement viel Raum für individuelle Gefühle, Interpretationen und Gedanken aller Zuschauer:innen ließ. (Ute Langkafel MAIFOTO)



Nachtflug, Theater Das Zimmer So kann dieser Abend auf mehreren Ebenen funktionieren. Einerseits kann man es als ein spektakuläres, spannendes Drama des Ringens zwischen Leben und Tod, zwischen Erde und Himmel sehen. Auf der zweiten Ebene kann man sich mit Rivière über den Wert eines individuellen Menschenlebens Gedanken machen. Und schließlich könnte man sich über das Gezeigte hinaus auch Fragen nach unserer Verantwortung heutzutage stellen. Denn heute werden vielleicht nicht nur einzelne Menschenleben auf dem Monopoly der Wirtschaftsinteressen verspielt sondern ganze Lebensbereiche auf dieser Erde. Und genau dieser Aspekt macht den Stoff von Saint-Exupéry immer noch lesens- und sehenswert.



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