|
Tschechow Scherben Das Spiel des Lebens Das Leben zerspringt in Einzelteile. In der Erinnerung bleiben einzelne Momente präsent, andere verschwinden im Vergessen. Die Abfolgen werden neu geordnet, bestimmte Augenblicke werden immer wieder durchlaufen. Ebenso ordnet der Regisseur Wladimir Tarasjanz Texte von und über Tschechow zu einem Abend über den Dichter und seine Figuren. Er mischt Teile aus Tschechows Theaterstücken, Erzählungen und Erinnerungen seiner Ehefrau so elegant, dass sich die einzelnen „Scherben“ wieder zu einem Ganzen zu fügen scheinen. ...
|
|
Der Trinker Das war einmal ich, meint Erwin Sommer zu dem Kleiderständer, den er sorgsam mit weißem Hemd, Weste, Krawatte und Jackett ausgestattet hat. In Latschen, aufgeknöpftem Hemd und ausgebeulter Hose betrachtet er sein früheres Selbst aus der Zeit, bevor zu trinken begonnen hatte. Da liebte ihn seine Frau Magda noch. Doch dann schwand sein geschäftlicher Erfolg und er suchte Trost vor den missbilligenden Blicken Magdas im Alkohol. Die Beziehung zu seiner imaginären Flaschen-Göttin Elsabe wird ihm wichtiger als die realen Begegnungen. So verwandelt sich Erwin Sommer, der reiche Geschäftsmann, in Erwin Sommer, der des Diebstahls und Mordes angeklagten Trinker. In der Entzugsanstalt versucht er die Geschehnisse zu rekonstruieren. Regisseurin Mona Rosenquist extrahiert dafür aus dem Roman Falladas in markanten Einzelszenen den Entwicklungsprozess eines Mannes, der langsam den gesellschaftlichen Boden unter den Füßen verliert. In seinem eindringlichen Monolog gibt Schauspieler Wolfgang Noack alles...
|