Radialsystem

El Cuerpo Vacío, Radialsystem So endet dieser mitreißende, politische Tanzabend mit einem Hoffnungsschimmer. Auch in repressiven Zeiten ist Kommunikation statt Fremdsteuerung möglich. Ein beeindruckendes Gastspiel im Rahmen des Festival Plataforma.

Totentänze, Radialsystem Zwischenzeitlich hat der Tänzer Ruben Reiniers auf der schwarzen Rückwand mit weißes Kreide eine Lebenslinie aufgemalt. Während das Ensemble das Eingangslied "Legt euch ruhig nieder" anstimmt, markiert er in seiner Linie die Mitte mit einem dicken Querbalken. Dass die Produktion "Niemand stirbt in der Mitte seines Lebens" hieß, demonstriert genau die hintersinnige Humor, den diesen Abend auszeichnet.

Der Verrat der Bilder, Radialsystem Man könnte meinen, dass die Technik hierbei im Vordergrund stünde. Das ist keineswegs der Fall. Ganz im Gegenteil. Sie steht bei ihnen nur im Dienste des penibel recherchierten Inhalts und der Schauspielkunst.

Force and Freedom, Radialsystem Diese Beethoven-Begegnung der intelligenten, spielerischen Art wurde so zu einem wunderbar zärtlichen, poetischen und hochmusikalischen Abend, der Einfühlung jenseits der herkömmlicher Konzertebene ermöglichte.

Die Eröffnungswoche des Festivals "FFF": Eine Arbeit, die persönlich, intuitiv, sympathisch und einladend war, weil sie stets mit einem Augenzwinkern präsentiert wurde. Man merkte allen Beteiligten an, dass sie jeweils persönliche Beziehungen zu dem Thema haben, das gab ihnen eine große Authentizität und Dringlichkeit. Diese Emotionalität übertrug sich auf die Zuschauer:innen. So kann unverkrampftes Empowerment aussehen, das keine der unterdrückenden Auswirkungen der Kolonialisierung verschweigt und es dennoch schafft, in keinem Moment anbiedernd noch anklagend daherzukommen. (Foto: Christophe_Raynaud_de_Lage)

Bazm (Repertoire), VASTA, Radialsystem Eine Arbeit, auf die man sich einlassen muss. Jedoch gerade in der meditativen Wiederholung immer fast gleicher Bewegungen, die sich nur leicht verändern, kann die Arbeit einen Sog entfalten. Als der Perkussionist Aduni Guedes einfühlsam mit in die Performance einsteigt und mit seinen Trommeln den Live Soundtrack von Andrea Parolin unterstützt, wird dieser immer stärker, so dass man sich ihm zum Schluss kaum noch entziehen kann. Dennoch hofft man bis zum Verlöschen der Lichter, dass Lina Gómez ihr Gesicht von den Haaren befreit und gerade ins Publikum schauen mag. Doch diesen Befreiungsschlag gönnt sie weder sich selbst noch ihrem Publikum. Ob sie diesen Schritt nach dem letzten Ton wagen wird, bleibt genauso der Fantasie der Zuschauenden überlassen, wie Hakmi in Bazm die Aufnahme eines nun eventuell möglichen Tanzgesprächs seiner Kommunikationsforschenden nicht mehr auf der Bühne zeigt. Die jeweilige Weiterführung mag sich also nach dem Verlassen des Bühnenraumes in denjenigen Köpfen der Zuschauenden abspielen. Sie mögen entscheiden, für wie belastbar sie die jeweils gefundene Grundlage des Neuanfangs halten. (Foto: Mayra Wallraff)

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