Gorki

Between the River and the Sea, Gorki Der in Israel zum besten Schauspieler des Jahres gekürte Yussuf Sweid betreibt seine Identitätsanalyse ganz alleine auf der großen Bühne des Gorki. Nachdem die kleine Studiobühne bei seiner Show stets ausverkauft war, ist er nun auf die Große Bühne umgezogen. Auch hier sind die Reihen prall gefüllt. Mit viel Humor, Selbstironie und Herz erweiternder Ausstrahlung lässt er die Zuschauenden teilhaben an seinem Versuch für sich zu klären, wo und wie er sich zu Hause fühlen kann. So hat seine Scheidung sehr wohl etwas damit zu tun, was seit dem 7.10. passiert ist. Doch er hält an seiner Vision der Grenzen überwindenden Liebesbeziehung fest. Und fühlt sich bestätigt, als sein Sohn ihm von einer schulischen Schreibaufgabe berichtet. Seine Utopie von einem friedlichen Nahen Osten liest er zum Ende seiner Soloshow vor. Vielleicht kann eine junge Generation, die in einem internationalen Umfeld aufgewachsen ist, doch noch eine Idee vom Zusammenleben umsetzen, die älteren als völlig utopisch erscheint. (© Ute Langkafel MAIFOTO)

Make love not war, Gorki Doch am stärksten sind die Momente, in denen Nahmias die Stimme vor Rührung bricht. Wenn sie merkt, dass ihre Gier nach Sex nicht nur mit ihrer Trennung, sondern auch mit der gegenwärtigen Situation in Israel-Palästina zu tun hat. Erfüllt sie eben eventuell nur den überall lesbaren Klo-Spruch "Fuck Israel!" ? Wohlmöglich nicht nur ihre große Leere wird dann so deutlich, dass sie sich die Tränen von der Wange wischen muss. So ist dieser zu Recht als Stand-Up-Comedy-Show deklarierte Abend zu gleichen Teilen oberflächlich und tiefgründig, Klischee behaftet und Klischees hinterfragend, feministisch und Männererwartungen bedienend. So ist für jeden und jede was dabei. Und keiner muss den Studiobühnenraum verlassen, so wie Nahmias es gleich zu Beginn angeboten hatte, falls jemand sich doch zu stark provoziert fühlen sollte.

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