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Beton, Tanztriennale

Beton, I Punkt Skateland

Julien Carlier

Auf ungewohntem Boden


Was passiert, wenn Skater auf Breakdancer treffen? Das probierte der Brüsseler Choreograph Julien Carlier mit seinem gemischten Ensemble aus. Und zwar im I Punkt Skateland, der ältesten Skatebahn Deutschlands. Er lud dazu auch Hamburger Skater mit ein, die in wenigen Stunden ihren Part in der Performance erlernten.

Zuerst rasen die Skater scheinbar wild über die Bahnen aus Holz, Stahl und Beton. Bedrohlich eng schnellen die Jungs auf ihren Boards und die Frau auf ihren Rollern aneinander vorbei, stets scheinbar haarscharf von einem Zusammenprall entfernt. Doch Rücksicht nehmen, auf den Anderen achten gehört hier dazu. Dann lugt einer aus dem Tänzerensemble über den Rand des Holes, balanciert auf dem Rand entlang, stürzt sich die Rampe herunter und springt auf die Recks. Ein anderer Tänzer gesellt sich dazu. Er versucht Kunststücke wie die Skater, nur eben ohne Board. Die insgesamt vier Tänzer*innen sind eindeutig im Breakdance geschult und sind ebenso Könner wie die Skater. Zusammen versuchen sie den Respekt und die Rücksicht aufeinander zu leben, indem sie sich die Bühne teilen, aber nicht streitig machen. Irgendwann probieren sie auch die Rollen zu tauschen. Die Tänzer nehmen sich ein Board, drehen ein paar Runden und legen es schnell wieder ab. Kurz vor Schluss stürzen sie sich alle gemeinsam in das Hole. Schon das Ende? Nein, sie tauchen alle wieder auf, jetzt jeder mit einem Board in der Hand. Sie verteilen sich über die ganze Halle, jeder lässt sein Board langsam um sich selbst kreisen, bis es zum Stillstand kommt.

Eine tolle Arbeit, die innovativ zwei Kunstformen miteinander verband und in Interaktion in einem nur den einen vertrauten Terrain zueinander treten ließ. Dem schweißtreibenden Tun der Mitwirkenden zuzusehen, war eine reine Freude und erlaubte in der gegenseitigen Anregung eine Bereicherung aller. Auch der nur Zuschauenden.

Birgit Schmalmack vom 21.6.26

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