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seit zehn Jahren online
berichtet über die Hamburger Theaterszene mit eigenen Kritiken
stellt eine Linksammlung zu den weiteren im Netz verfügbaren Kritiken zusammen



 

"Licht im Dunkeln" im Ernst-Deutsch-Theater Foto: Oliver Fantitsch

Neu besprochen

Ariadne auf Naxos dpa-info: "Als Theater auf dem Theater haben Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal ihre aus antiken Mythen und barocken Maskeraden genial gemixte Oper «Ariadne auf Naxos» ersonnen. Christian Stückl, der Erneuerer der Oberammergauer Passionsspiele, wollte die geistvoll-burleske Idee aber offenbar noch toppen...."

   

Zeit Der Mensch hat siebzig oder, wenn es gut läuft, achtzig Jahre Lebenszeit zur Verfügung. Was macht er nun daraus? Auf den immer gleichen Bahnen dreht er seine Runden, so gleichförmig getaktet wie die Zeiger einer Uhr. Selten verlässt er die wohl vertrauten Wege. Auch wenn er enttäuscht von ihren Verläufen ist, scheut er das Risiko einer Veränderung. So ernüchternd fällt Ingrid Lausunds Blick auf das Phänomen „Zeit“ in den Hamburger Kammerspielen aus...

   

Narziss und die Revolution Revolution geht immer. In Zeiten von Occupy werden die 68-Ziger umso interessanter. Schön wenn man auf dementsprechende eigene biographische Kenntnisse zurückgreifen kann. Das kann David Chotjewitz. Ihm ist bewusst: Ein postkindliches Projekt auf der Suche nach der Wahrheit muss immer scheitern, denn die eigene Erinnerung ist zugleich Objekt und Subjekt der Betrachtung....

 

Dantons Tod Ein grummelnder Elektro-Rock-Teppich dröhnt. Nebelschwaden qualmen. Ein Feuer lodert. Die riesige, offene Weltkugel dreht sich, von rennenden, keuchenden Menschen angetrieben. So stark beginnt Jette Steckels Inszenierung von „Dantons Tod“ am Thalia Theater. Später hockt Danton oben auf der Weltkugel und träumt, dass er die Macht zur Weltgestaltung besitze könnte. Doch da weiß er schon, dass sein Projekt der Revolution für die Armen gescheitert ist. Fünf Jahre nach dem Sturm auf die Bastille haben sich neue Nutznießer etabliert,...

   

Licht im Dunkeln In ihrem kleinen Schrank ist Helen gefangen. Liebevoll ist er von ihren treusorgenden Eltern hergerichtet, doch beschränkt er sie auf ein nur zu ertastendes Umfeld. Sie ist nach einer Krankheit im Alter von 19 Monaten taubstumm und blind. Worte erschließen erst die Welt. Sie lassen erst zu, dass Gefühle, Gedanken und Geschehnisse benannt und erkannt werden können. Die Sprache eines Menschen ist die Voraussetzung für seine geistige Teilhabe an der Welt. ... Foto: Oliver Fantitsch

 

Lügen! Erhebt die permanente Selbstdarstellung, zu der sich heutzutage jeder bemüßigt fühlt, das Lügen nicht zu einer Dauerverfassung statt zu einer Ausnahmeerscheinung in Notfällen? So muss man lügen, um endlich wieder der Wahrheit auf die Schliche zu kommen? Die 10 Protagonisten der Szenen, die Nikolas Darnstädt geschrieben hat, versuchen die immer größer werdende Diskrepanz zwischen ihrem Selbst und ihrer Umwelt aufzuspüren. Sie sind sich dabei der Fallstricke der eigenen Wahrnehmung genauso bewusst wie der Fremdzuschreibung ihrer Umgebung. Sie landen mit sicherem Gespür für die Abgründe genau in der Gletscherspalte dazwischen. Eingequetscht von ihren eigenen und den fremden Erwartungen versuchen sie sich durch dezidierte Beschreibung ihrer Lage wieder aus der Klemme zu befreien. ...Foto by Jasper Stange

 

Eltern Zuerst sieht man nur die Kehrseite von drei Männern. Es wird gerade die Anus-Atmung im Männergeburtsvorbereitungskurs geübt und man ahnt Schlimmes. Doch dann bekommt Frank Wittenbrink mit seinem „Eltern“ zum Glück noch die Peinlichkeits-Kurve gekratzt und macht fortan das, was er besonders gut kann: Mit altbekannten Liedgut und neuen Texten wohl studierte Typen der heutigen Gesellschaft zu karikieren.

   

In Motion Auf einer Rolle Backpapier versucht Modjgan Hashemian zu tanzen. Mit dem einen Fuß rollt sie die eine Seite auf, macht ein paar Schritte, da nimmt ihr schon wieder die zurückschnellende Rolle den Raum der Bewegungsfreiheit. Zum Schluss ist sie ganz vom dem Knisterpapier eingewickelt und stürzt in einen Pappkarton. Um Freiräume der Bewegung geht es in ihrem Stück „In Motion“, das sie mit dem Tänzer Kaveh Ghaemi zusammen entwickelt und im Ballhaus Naunynstraße aufgeführt hat.

 

Effi Briest Ist Glück ein Zustand des Lebens, der anzustreben ist? Für Effi Briest ist das ebenso wenig eine Frage wie für die meisten Menschen, die gut hundert Jahre später leben. Als junges 17-jähriges Mädchen hüpft sie mit Springseil und in Ringel-T-Shirt auf die Bühne. Überglücklich schildert sie ihre Verlobung mit dem biederen, strengen Baron von Instetten (Robert Kuchenbuch). „Effi mit zwei f ehelicht Geert mit zwei e“, so kalauert die noch naive Effi...

 




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