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Die Wildente, Thalia Foto: Armin Smailovic

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Der Menschenfeind, DT Die bis zur Karikatur überdrehten Darstellung der Nebenfiguren in ihren ideenreichen schwarz-weißen Kostümoutfits, die jede von ihnen schon beim ersten Auftritt treffend charakterisieren, tut ein Übriges. Sie stehen im eindrucksvollen Kontrast zur Ernsthaftigkeit des moralischen Konflikts, in den Alceste sich geworfen sieht. So amüsiert diese gekonnte Umsetzung einerseits, aber weiß dennoch auch zu berühren.

Yerma, Schaubühne Caroline Peters ist das Zentrum dieser Aufführung. Sie macht es möglich, dass man in der schlaglichtartigen Umsetzung von Stone dran bleibt.

Schwarzwasser, BE Jelinek bekam die Vorlage für ihr Stück „Schwarzwasser“ auf dem Silbertablett geliefert. Die handelnden Personen entlarven sich selbst. Die Realität ist schon selbst die Satire. Umso kabarettistischer fällt dieses Mal die genüssliche Zerlegung dieses brillanten Stoffes durch die Wortverdreherin Jelinek aus.

Garten der Lüste, DT In der Box des Deutschen Theaters kommt man als Publikum aber nicht in grünes Paradies, wie man erwarten könnte. Sondern in ein Schaukabinett, das für die Zuschauer:innen, die im Rund um die Bühne herum Platz nehmen, nur ein Guckloch und eine Aussparung für die Beine in die Pappmachékulisse freigelassen hat. Man soll sich ein Bild machen, aber nicht eintauchen dürfen.

Berlin Oranienplatz, Gorki Sahintürk läuft wie ferngesteuerter Mann, der nicht glauben kann, was er aus seinem Leben gemacht, mit halb verschämt grinsender, halb wütender Mine, durch die Szenerie. Eher Getriebener als Entscheidender. Darf oder soll er aufbegehren, darf oder soll sich den Tatsachen stellen, darf und soll Verantwortung übernehmen? Zum Schluss greift er zur Fernbedienung und seinem kleinen Mercedes gehört der letzte Auftritt.

Räuber, Thalia So führt diese weiblich anmutende Männlichkeit zu einem Showdown, der jedem Western Ehre gemacht hätte. Am Ende der Bühne nur Leichen. Einzig der weiblich besetzte Vater geht über diese Leichen hinweg wieder an seinem Platz vom Anfang. Sein weißer Anzug unbefleckt wie zuvor. Gewalt ist eben auch keine Lösung, um einen Mangel an Liebe zu kompensieren.(Foto: Armin Smailovic)

Die Wildente, Thalia Ein Theaterabend, der mit seiner überbordenden Bildfülle und inhaltlichen Querverweisen, die sich häufig gegenseitig irritierten, herausforderte. Eine Anstrengung, die sich lohnt. Nicht zuletzt wegen des grandiosen Thalia-Ensembles, das in der Lage ist, diese auch zum Teil auseinander strebenden Regieeinfälle zu einem Ganzen zusammen zu halten. (Foto: Armin Smailovic)

Die Brieffreundschaft, Lichthof Eines wird klar: Diese Frauen mögen alle brutale Taten verbrochen haben, doch sie sind Menschen wie die, die sie jetzt auf der Bühne vertreten und wie die, die in den Stuhlreihen davor sitzen. In einem Moment ihres Lebens haben sie etwas vermeintlich Unmenschliches getan oder vielleicht auch nur etwas allzu Menschliches. (Paula Reissig)

Mamotschka, MUT-Theater Das Regieteam Evgeni Mestetschkin und Julia Solovieva holt in seiner Interpretation mit den Schauspielschülern des Abschlussjahrgangs der iact Schule das Stück ganz in die Gegenwart. Mit ihrer körperbetonten Theatersprache, die fast ganz ohne Requisiten auskommt, geben sie jedem der Schauspieler:innen viel Raum für die Darstellung ihres Könnens.

Das Pferd will eine Elfe sein, Sprechwerk Christa Krings ist die Idealbesetzung für dieses Stück, das ihr Klaus Wirbitzky auf den Leib geschrieben hat. Auf der Bühne des Hamburger Sprechwerks wirbelt die Schauspielerin, die auch Tänzerin und Chansonsängerin ist, durch das Studio mit der Ballettstange, dem Spiegel und ihrem Garderobenständer, dass man ihr in jeder Sekunde die alternde Prima Ballerina, die nicht von ihrer Lebensrolle ablassen kann, glaubt. (Foto: Horst Warneyer)

*innen Stadt, Thalia Die charmante Art der Museumsführerin, die die Fortsetzung der Filme auf die Bühne verlängerte, indem sie zwischen ihnen in deren Kostümen deren Gedanken direkt mit dem Publikum weiterspann, machte den Abend unter der Regie von Katharina Arkit und Nadin Schumacher zu einer insgesamt intelligenten und unterhaltsamen Performance. Sie ermöglichte den Blickwechsel und zwar auf vielfältige Weise, indem sie alle Kanäle für die Neuaufnahme nutzte und so selbst trockene Texte zu laufenden Bildern werden ließ.

Das Koks ist fairtrade, Sprechwerk Sie finden dabei zwischen ihren Müllsäcken Bilder, die ohne viel Aufwand und dennoch punktgenau in Szene gesetzt sind. Ein intensiver Auseinandersetzungsprozess, der die schwierige Sinn- und Wertesuche in eine intelligente, gut gemachte und abwechselungsreiche Bühnenperformance übersetzte.

Herkunft, Thalia Das durchweg schwarze Bühnenbild erweist sich als so wirkmächtig, dass neben ihm nur noch die Musik als die Atmosphäre beeinflussendes Mittel bestehen kann. So wird die Botschaft klar: Der neue Leben nach der Flucht muss sich mühsam einen Platz erobern in einem Schattenreich der Erinnerungen. (Foto: Krafft-Angerer)

Trutz, Schauspielhaus Was eine dröge, schwierig zu verstehende Geschichtsstunde hätte werden können, wird zu einem puren Theatervergnügen, nach dessen Besuch man wieder weiß, warum man überhaupt ins Theater geht.© Katrin Ribbe

HeimatLost, Lichthof Jede Geste, jede Mimik, jeder Tonfall, jede Bewegung ist mit künstlerischem Bedacht gewählt und erfüllt punktgenau die dramaturgische Absicht. Yigitogullari hat unter der Regie von Serkan Salihoglu ein Gesamtkunstwerk aus Kostüme, Bühnenbild, Musik, Licht, Text und Schauspiel geschaffen, das beeindruckt und gefangen nimmt.

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